[Kontext]
[Vorwort]
[Definition]
[Bewährte Verfahren]
[Erfolgsfaktoren]
[Empfehlungen]
[Kompetenzen]
[Finanzmittel]
[Lexikon]
[Bericht (pdf)]
< Back
Wie können wir diese Kompetenzen ermitteln?
Noch vor ein paar Jahren hatten wir die Tendenz, vor allem die Unterschiede des Zuckergewerbes zu allen anderen Gewerben herauszustellen. Wir sind mit Recht stolz auf unser Gewerbe.
Dieser Ansatz ist jedoch nicht sinnvoll, wenn wir uns mit den Kompetenzen befassen, die verschiedenen Berufen oder Tätigkeitsbereichen gemeinsam sind.
Sehen wir uns zwei Fälle an, die in Frankreich untersucht wurden:
1.Kompetenzen, die mehrere Tätigkeitsbereiche betreffen :
a) Kompetenzen im Zusammenhang mit der Bedienung von Verpackungsmaschinen:
Inwieweit unterscheiden sich die Schlüsselkompetenzen für die Bedienung von Verpackungsmaschinen für Zuckerprodukte von denen, die für andere Verpackungsmaschinen zum Beispiel für Frischmilchprodukte, pharmazeutische oder kosmetische Produkte notwendig sind?
Hier ist festzustellen, dass es zwar spezifische Kompetenzen im Zusammenhang mit Lebensmittelhygienevorschriften gibt, die sich auf die Verpackungen im Lebensmittelsektor und nicht auf Verpackungen in anderen Sektoren beziehen, sowie eine sehr spezifische Produktkenntnis, aber dass die übrigen Kompetenzen (rund 80 %) identisch sind.
Dabei handelt es sich vor allem um die folgenden übergreifenden Kompetenzen:
- Bearbeitung von Dokumenten
- Kommunikation
- Beurteilung von Informationen
- Verständnis und Überwachung der Tätigkeitsindikatoren
- Instandhaltung der Anlagen
- Beurteilung der Qualität und Konformität
- Identifizierung, Diagnostizierung und Behandlung von Fehlern, Betriebsstörungen und Risiken
- Bewertung der Dringlichkeit eines Einsatzes
b) Kompetenzen im Zusammenhang mit der Leitung der Herstellungsprozesse:
Inwieweit unterscheiden sich die Schlüsselkompetenzen für die Leitung von Herstellungsprozessen in der Zuckerindustrie von denen, die für andere Prozesse (Herstellung von Milch- oder Schokoladeprodukten, Installation von Wasseranlagen usw.) notwendig sind?
Bei einer Untersuchung der Kompetenzen, die mit den verschiedenen Funktionen im Bereich der Prozessleitung verbunden sind, stellt sich Folgendes heraus:
Bei den Kompetenzen, die sich auf das Produkt und die verschiedenen Herstellungsphasen beziehen, lassen sich deutliche Unterschiede feststellen.
Andere Kompetenzen sind absolut identisch. Diese machen zwar einen geringeren Anteil aus als im oben genannten Fall (Verpackungsmaschinen), aber immerhin rund 50 %.
Dabei handelt es sich vor allem um die folgenden übergreifenden Kompetenzen:
- Bearbeitung von Dokumenten
- Kommunikation
- Prozessregelung
- Identifizierung des Herstellungsverfahrens (trotz der Unterschiede bei den Verfahren beinhaltet die Kompetenz, die verschiedenen Phasen zu verstehen, die gleichen Fähigkeiten)
- Beurteilung von Informationen
- Verständnis und Überwachung der Tätigkeitsindikatoren
Beurteilung der Qualität und Konformität
2. Kompetenzen, die mehrere Tätigkeiten/Berufe innerhalb eines Tätigkeitsbereichs betreffen:
Die Beobachtung der Kompetenzen, die mehrere Tätigkeiten innerhalb eines Bereichs betreffen, ermöglicht es, die übergreifenden oder gemeinsamen Kompetenzen herauszustellen.
Bei den oben beschriebenen Beispielen (die nicht alle sondern nur einen Teil der Kompetenzen aufführen) lässt sich auf den ersten Blick feststellen, dass bestimmte Kompetenzen gleich sind (sie mögen unterschiedlich gewichtet sein, aber sie haben eine gemeinsame Grundlage).
- Bearbeitung von Dokumenten
- Kommunikation
- Beurteilung von Informationen
- Verständnis und Überwachung der Tätigkeitsindikatoren
- Beurteilung der Qualität und Konformität
- Usw.
Die Erfassung dieser übergreifenden Kompetenzen ermöglicht es, parallel dazu auch die Kompetenzen zu ermitteln, die für die einzelnen Tätigkeiten notwendig sind, sowie diejenigen, die ein Mitarbeiter im Hinblick auf einen Stellenwechsel erwerben muss.
Durch diese Vorgehensweise können Mobilitätsmöglichkeiten geschaffen werden, indem Mitarbeiter, die für ihre jeweilige Stelle qualifiziert sind, Schritt für Schritt darauf vorbereitet werden, andere Stellen zu besetzen.
Durch diese Vorgehensweise lässt sich auch ein Modell für Übergangswege erarbeiten.
Laut der Definition von Observia (Beobachtungsstelle für Berufe und Qualifikationen der französischen Lebensmittelindustrie) legt ein Übergangsweg die Möglichkeiten für den Zugang zu einer anderen beruflichen Tätigkeit fest. Für bestimmte Kompetenzen, die mehreren Berufen oder Tätigkeiten gemeinsam sind, ist keine Umschulung erforderlich.
- Ein kurzer Übergangsweg beinhaltet eine kurze Anpassungszeit am Arbeitsplatz und eine kurze Schulung. Eine geringfügigere Veränderung gilt als Stellenwechsel oder als Wechsel des Aufgabenbereichs innerhalb der gleichen Tätigkeit.
- Ein langer Übergangsweg beinhaltet die Teilnahme an einer theoretischen Ausbildung, meist vor dem Stellenwechsel. Eine größere Veränderung wird als berufliche Umstellung betrachtet.
Observia: http://www.observia-metiers.fr/
Eine erste Bestandsaufnahme:
(Dieser Abschnitt entspricht dem ersten Teil der Kompetenzen, die heute in der Zuckerindustrie benötigt werden):
1.1 -Grundkompetenzen
1.1.1 Lesen,
1.1.2 Schreiben
1.1.3 Rechnen
1.1.4 Bearbeitung von Dokumenten
1.1.5 Kommunikation
Diese Grundfertigkeiten werden für alle beruflichen Tätigkeiten in der Zuckerindustrie benötigt. Das Anforderungsniveau ist je nach bekleideter Stelle unterschiedlich hoch.
Die Bearbeitung von Dokumenten reicht von der einfachen Erfassung von Daten (auf Papier oder elektronisch), um die Vorgänge (Maschinenführung) besser verfolgen zu können, bis zum Verfassen von Protokollen oder technischen Dokumenten (Wartungstechniker)
Der Bereich der Kommunikation umfasst Tätigkeiten, die von der einfachen Umformulierung einer Anweisung (Wartungstechniker, Mitarbeiter im Verpackungsbereich oder in der Prozessleitung) über die mündliche Berichterstattung über den Verlauf eines Einsatzes (Wartungstechniker) bis hin zur Mitteilung von Weisungen (Leiter) reichen.
1.2 -Übergreifende Kompetenzen (für verschiedene Berufe und verschiedene Zeiträume – während und zwischen den Kampagnen)
1.2.1 Beurteilung von Informationen, Verständnis und Überwachung der Tätigkeitsindikatoren im eigenen Zuständigkeitsbereich
Dies bezieht sich auf Informationen, die mit Hilfe von Messinstrumenten (Leiter von Verpackungsmaschinen) oder EDV-gestützten Instrumenten (Prozessleiter) erfasst werden. Das Anforderungsniveau richtet sich nach dem Umfang des Zuständigkeitsbereichs (zum Beispiel eine oder mehrere Maschinen, eine oder mehrere Phasen des Herstellungsprozesses)
1.2.2 Instandhaltung der Anlagen (Bediener und Leiter von Maschinen)
Dies beinhaltet die Wartung auf der ersten Ebene (Leiter von Verpackungsmaschinen oder von Herstellungsprozessen) bis zur vorbeugenden, vorausschauenden Wartung zwischen den Kampagnen oder der Wartung zur Behebung von Fehlern während der Kampagne (Wartungstechniker).
1.2.3 1.2.3 Beurteilung von Qualität und Konformität (Seh- und Hörvermögen)
Dies ist die übergreifende Kompetenz schlechthin, da die Qualität des Fertigprodukts von jeder einzelnen Phase des Herstellungs-, Verpackungs- und Auslieferungsprozesses abhängt (Rohstoff, Produkte, Verpackungen).
Die Beurteilung der Qualität und der Konformität kann sich auf die visuelle Kontrolle stützen, aber auch auf die Auslegung der während des gesamten Prozesses erfassten Daten.
1.2.4 Identifizierung, Diagnostizierung und Behandlung von Fehlern, Betriebsstörungen und Risiken
Der Präzisionsgrad der Identifizierung von Fehlern, Betriebsstörungen und Risiken steigt mit dem Verantwortungsniveau der bekleideten Stelle (von der Behandlung eines einfachen Fehlers, der im Bedienungshandbuch steht und der Behandlung eines einfachen Fehlers, der nicht im Bedienungshandbuch steht, über zeitweilige Lösungen bis hin zu größeren Wartungs- oder Programmiermaßnahmen).
1.2.5 1.2.5 Bewertung der Dringlichkeit eines Einsatzes (je nach Schwere auch außerhalb des Arbeitsplatzes)
Diese Kompetenz beinhaltet die Fähigkeit, zu unterscheiden, ob man die Behebung des Fehlers, der Betriebsstörung oder des Risikos selbst in die Hand nimmt oder an eine höhere Ebene weiterleitet. Diese Entscheidung muss innerhalb eines Zeitraums getroffen werden, der den normalen Arbeitsablauf nicht gefährdet.